Planspiele

Seit einigen Jahren führt die UNi-Gruppe in Berlin erfolgreich Planspiele durch. Dabei werden Committees der Vereinten Nationen simuliert.

Übersicht

Planspiele der UNi-Gruppe in der Vergangenheit
Wie ist ein Planspiel aufgebaut?
Wie laufen Planspiele ab?
Was ist das Ziel derartiger Simulationen?
Wer darf mitmachen?
Wie werden die Teilnehmer vorbereitet und unterstützt?
Internationale Simulationen
Simulationen in Deutschland
Mehr Informationen

Planspiele der UNi-Gruppe in der Vergangenheit

Februar 2008,
Wilma-Rudolph-Oberschule in Berlin-Dahlem
Planspiel der UNi-Gruppe an der Wilma-Rudolph-Oberschule zum Thema Darfur
Februar 2007,
Hertie School of Governance Berlin:
HSoG Model United Nations: Simulating the Security Council on the Conflict in Darfur/Sudan
Dezember 2005,
Freie Universität Berlin*:
Special Session of the UN Security Council on Threats to International Peace and Security Caused by Terrorist Acts"
November 2004,
Freie Universität Berlin*:
Final Session of the UN High-Level Panel on Threats, Challenges and Change
März 2004,
Freie Universität Berlin*:
Session of the High-Level Panel on Global Security Threats
Juni 2003,
Universität Potsdam:
Planspiel der UNi-Gruppe an der Universität Potsdam zur Situation in Nord-Korea.
Februar 2003,
Freie Universität Berlin*:
Session of the United Nations Security Council on the Situation in the Democratic Republic of the Congo
Februar 2002,
Freie Universität Berlin*:
Special Session of the United Nations Commission on Human Rights: "Question of human rights and fundamental freedoms in Afghanistan"
Mai 2001,
Französisches Gymnasium Berlin:
Special Session of the United Nations Security Council on Iraq
Februar 2001,
Freie Universität Berlin*:
Special Session of the United Nations Security Council on Iraq and Sanctions in General
Dezember 2000,
Freie Universität Berlin*:
Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zu Südasien
Februar 2000,
German Foundation for International Development (DSE)*:
United Nations Security Council Emergency Session on the Middle East
November 1999,
Freie Universität Berlin*:
Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zu Südasien

* Planspiel in Zusammenarbeit mit dem Projektbereich Model United Nations / Model European Union, Fachbereich Rechtswissenschaft der FU Berlin.


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Wie ist ein Planspiel aufgebaut?

Am häufigsten wird eine Sitzung des Sicherheitsrates zu einem aktuellen Konflikt simuliert, beispielsweise zum Kashmir-Konflikt, zur Wasserproblematik in Nahost oder zum Sanktionsregime gegen den Irak. Dabei repräsentieren die Teilnehmer eines der 15 Mitglieder des Sicherheitsrates. Ziel ist es, die Position seines Landes glaubwürdig und realistisch zu vertreten. Bei unseren Simulationen wird der Präsident allerdings nicht von den Teilnehmern, sondern von einem Mitglied der UNi-Gruppe gespielt. Er moderiert mit der Hilfe eines Vizepräsidenten die Diskussionen und Debatten, die im Plenum stattfinden. Hier gelten besondere Regeln, die im grossen und ganzen der Geschäftsordnung des Sicherheitsrates entsprechen. Die von der UNi-Gruppe durchgeführten Planspiele dauern meist einen oder zwei Tage und finden an einem Institut der Freien Universität Berlin oder einer Berliner Institution statt. Die Simulation findet in englischer oder deutscher Sprache statt.

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Wie laufen Planspiele ab?

Nach der Begrüssung durch den Präsidenten wird im Plenum über die Tagesordnung verhandelt. So kann beispielsweise die Reihenfolge geändert, neue Punkte hinzugefügt oder Punkte gestrichen werden. Über diese Vorschläge wird abgestimmt, die Tagesordnung wird dann formell angenommen. Anschliessend folgen die Eröffnungsreden der einzelnen Länder zum ersten Tagesordnungspunkt. Diese Statements enthalten bereits die Position des Landes, sollten aber noch nicht zu viel verraten. Im folgenden wird über den Tagesordnungspunkt diskutiert. Ausser den Diskussionen im Plenum gibt es auch informelle Diskussionen, das sogenannte caucusing, bei dem in kleineren Gruppen oder bilateral verhandelt wird. Ziel ist es, zu diesem Punkt eine gemeinsame Resolution zu erarbeiten und darüber abzustimmen. Im Anschluss geht es mit dem nächsten Tagesordnungspunkt weiter, bei dem ebenso verfahren wird.

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Was ist das Ziel derartiger Simulationen?

Zum einen sollen die Teilnehmer lernen, wie komplex und schwierig internationale Verhandlungen für die einzelnen Beteiligten sind. Es gilt, die Position "seines" Landes bei langwierigen Verhandlungen zu vertreten. Dabei treten natürlich viele gegensätzliche Meinungen auf, oft wird um einzelne Sätze oder Wörter gekämpft. Für viele ist hinterher sehr verständlich, warum derartige Konflikte auch nach Jahren nicht gelöst sind und wie "schwierig" Diplomatie ist. Zum anderen müssen die Teilnehmer lernen, sich in eine ihnen fremde, vielleicht sogar der eigenen Meinung widersprüchliche Position hineinzuversetzen, um dann das Land realistisch zu vertreten. Der Teilnehmer sollte in einer solchen Simulation das Gefühl haben, wirklich der Vertreter "seines" Landes zu sein.

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Wer darf mitmachen?

Die einzelnen Delegationen bestehen meist aus 1-3 StudentInnen. Dabei dürfen StudentInnen aller Fachbereiche und Universitäten teilnehmen, manchmal reisen auch Studierende aus anderen Teilen Deutschlands oder dem Ausland an. Die UNi-Gruppe hat in der Vergangenheit auch in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung für Internationale Entwicklung (DSE) Simulationen für Diplomaten aus Entwicklungsländern durchgeführt. Informationen zu aktuell stattfindenden Planspielen werden an den email-Verteiler der UNi-Gruppe geschickt (Kontakt) und an verschiedenen Instituten der FU Berlin ausgehängt.

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Wie werden die Teilnehmer vorbereitet und unterstützt?

Die Teilnehmer werden anhand von ein oder zwei Vorbereitungstreffen auf die Simulation vorbereitet. Es wird der Konflikt, der zu behandeln ist, thematisiert, meist findet ein einführender Vortrag statt. Im Anschluss werden Informationen für alle Teilnehmer ausgegeben, der sogenannte Background Guide, in dem der Konflikt genau dargestellt ist. Zudem befinden sich darin Unterlagen zur praktischen Vorbereitung auf die Simulation, über die Regeln und die Geschäftsordnung, aber auch wie beispielsweise eine Resolution auszusehen hat. Jeder Teilnehmer erhält ausserdem Material zu der Position des von ihm vertretenden Landes.
Zudem geht es speziell um die Vorbereitung auf den Ablauf der Simulation. Die Geschäftsordnung wird erklärt, so dass jeder Teilnehmer weiss, welche Anträge während bestimmter Phasen der Diskussion zulässig sind, wie das Abstimmungsverfahren abläuft usw. Anschliessend findet meist eine kleine, halbstündige Probesimulation zu einem einfachen Thema statt.
Wichtig ist allerdings, dass die Delegierten sich zu Hause gut auf ihre Rolle vorbereiten, so dass die Simulation realistischer wird. Während des Spiels selbst stehen den Teilnehmern Mitglieder der UNi-Gruppe zur Verfügung, die als Länderexperten oder "Regierungen" fungieren, um bei Unsicherheiten die Position eines Landes betreffend zu helfen und Tips zu geben. Gleichzeitig achten sie darauf, dass die Teilnehmer sich ihren Positionen gemäss verhalten und nicht "out of character" geraten.

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Internationale Simulationen

Derartige Simulationen finden auch auf internationaler Ebene statt. Die wohl bekannteste ist das National Model United Nations (NMUN), das alljährlich im Frühling in New York mit etwa 3000 Studierenden stattfindet, teils sogar im Hauptquartier der Vereinten Nationen. Hieran nehmen auch Delegationen deutscher Universitäten teil. Die Freie Universität fährt jedes Jahr mit einer Delegation von etwa 20 Studierenden nach New York. In den Vereinigten Staaten gibt es eine Vielzahl derartiger Simulationen, beinahe jede Hochschule führt ihr eigenes Model UN durch. In Europa gibt es einige kleinere internationale Simulationen, so beispielsweise das The Hague International Model United Nations (THIMUN). Das grösste von einer Universität veranstaltete Planspiel ausserhalb Nordamerikas ist das Cairo International Model United Nations (CIMUN).

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Simulationen in Deutschland

Magdeburg Model United Nations, www.madmun.de
Hertie School of Governance Model United Nations

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Mehr Informationen

Mehr Informationen finden sich im Internet unter
www.dgvn.de/berlin/de/nmun.php?f=2

Lesenswert und informativ ist folgender Artikel:
Dietmar Herz, Daniel Seebach, Julia Steets:
Globalisierung erfordert globales Lernen. UN-Simulationsprojekte an deutschen Hochschulen als Beitrag zur praxisnahen Ausbildung von Studierenden. In: Vereinte Nationen. Zeitschrift für die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen. Heft 1 (2000), S. 12-16.

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Irene Weinz