HSoG Model United Nations der UNi-Gruppe

MUN-Sicherheitsrat verabschiedet Resolution zu Darfur-Konflikt: Eindrücke vom Hertie School of Governance/UNi-Gruppe - Model United Nations 2007

„The resolution has passed“ – mit diesen Worten von Chair Kimon Haars sind zwei Tage intensiver Debatten und hitziger Diskussionen zu Ende gegangen.

Mehr als 50 internationale Studierende von verschiedenen Universitäten haben sich ein Wochenende lang intensiv mit dem Darfur-Konflikt im Sudan beschäftigt. In einer Simulation des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen diskutierten sie den Einsatz von Friedenstruppen und das Verhängen von Sanktionen. Im Plenum, während formeller Lobby-Sitzungen, aber auch während des Mittagessens und durch „offene Briefe“ im Vorfeld der Simulation, bildeten sich Interessensgemeinschaften und die Delegierten näherten sich in mühsamen kleinen Schritten einer Kompromisslösung.

Traditionelle Trachten

Neben den fünf ständigen Sicherheitsratmitgliedern und den zehn nicht-ständigen Mitgliedern, spielten auch die beobachtenden Staaten wie Äthiopien oder Sudan, regionale Organisationen wie die Afrikanische Union und Nichtregierungsorganisationen eine entscheidende Rolle. Alle Delegierten kamen in formeller Kleidung, wählten traditionelle Kostüme, wie die Delegierten der Demokratischen Republik Kongo oder schauspielerten überzeugend in NATO-Uniform.

Fachlichen Input gaben verschiedene Vorträge von Sudan-Experten: Der Geschäftsführer von Oxfam Deutschland e. V., Paul Bendix, schilderte persönliche Eindrücke von einem Besuch in der Konfliktregion Darfur, der ehemalige Diplomat Dr. Detlev Wolter drängte auf eine Reform des UN-Sicherheitsrat und die Vertreter des Auswärtigen Amtes Patrick Berg und Heiko Nitzschke gaben einen umfassenden Überblick über die Problematik und die konfligierenden Positionen verschiedener Länder.

Demonstrationen vor der Hertie School

Während der Debatten im Sicherheitsrat sorgte die regelmäßige Presseberichterstattung für neuen Diskussionsstoff. Die Nachrichtensendungen mit eigenem HSoG MUN-Jingle von CNN, Al Jazeera und TV 5 lieferten den Delegierten Informationen über die aktuelle Situation: Die Ländervertreter mussten regelmäßig ihre Standpunkte gegenüber der Öffentlichkeit rechtfertigen, Bürger in der Berliner U-Bahn wurden über ihre Meinung zum Darfur-Konflikt befragt und die Al Jazeera-Reporterin Ashley Gibbs berichtete live aus Darfur. Durch die Presse konnten die Delegierten über unvorhergesehene Ereignisse, wie die Protestaktion der Nichtregierungsorganisationen, informiert werden: Mit einer Mahnwache, Sprechchören und Transparenten inszenierten die Vertreter von Oxfam, Care und Human Rights Watch eine Demonstration vor der Hertie School of Government, die sogar zufällig vorbeikommende Passanten täuschte.

Am Ende konnten sich alle verhandelnden Parteien einigen: Im zweiten Anlauf erreichte die Resolution genug Stimmen, um feierlich verabschiedet zu werden. Und beim abschließenden Empfang stoßen auch die vorher scharf verhandelnden Delegationen freundschaftlich miteinander an.

Hier findet Ihr mehr Informationen zum HSoG-MUN 2007 und viele Beispiele und Anregungen für die Vorbereitung eines Model UN.

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